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Unterschied 2: Webseiten sehen bei jedem Benutzer anders aus

Der zweite grundlegende Unterschied zwischen Papier- und Webseiten ist, dass Webseiten im Gegensatz zu Papierseiten nicht bei jedem Betrachter gleich aussehen. Das Buch, das Sie gerade lesen, wurde einmal gelayoutet und dann unverändert vervielfältigt. Es sieht bei jedem Leser gleich aus. Bei Webseiten ist das anders.

Webseiten bestehen aus Quelltext

Der Grund liegt darin, dass eine Webseite nicht so ausgeliefert wird, wie der Betrachter sie im Browserfenster sieht. Der Browser erhält vom Webserver lediglich den Quelltext, eine Art Bauplan. Dieser Bauplan wird analysiert und so gut wie möglich dargestellt.

Wenn Sie eine Webseite erstellen, erzeugen Sie Quelltext – auch wenn Sie das Wort noch nie gehört und auch noch keinen Quelltext gesehen haben, weil Sie mit einem Homepage-Baukasten oder einem visuellen Editor arbeiten.

Beim Hochladen der fertigen Seite auf den Webserver übertragen Sie nur den Quelltext und nicht die Seite, so wie sie im Baukasten oder im Editor ausgesehen hat. Der Quelltext ist also in gewisser Weise die eigentliche Webseite.

In jedem Browser gibt es im Menü ANSICHT einen Befehl namens QUELLTEXT oder SEITENQUELLTEXT, um sich den Bauplan der im Browserfenster angezeigten Webseite anzusehen.

Abbildung 1.3: Quelltext einer Webseite
Abbildung 1.3: Quelltext einer Webseite

Der Browser macht aus dem Quelltext eine sichtbare Webseite

Der Browser nimmt diesen Bauplan und setzt ihn je nach Umgebung so gut es geht um. Was Sie im Browserfenster als Webseite sehen, ist also genau genommen nur die Interpretation des gerade benutzten Browsers auf dem gerade benutzten Computer mit den gerade aktuellen Einstellungen.

Webseiten sehen also zwangsläufig überall anders aus, weil der Quelltext je nach Umgebung unterschiedlich interpretiert werden muss. Der Quelltext aus Abbildung 1.3 sieht im Browserfenster übrigens so aus:

Abb. 1.4: So sieht der Quelltext von Abb. 1.3 im Browser aus.
Abbildung 1.4: So sieht der Quelltext von Abb. 1.3 im Browser aus.

Papierseiten sind starr, Webseiten flexibel

Die folgende Zeitungsgeschichte basiert auf einem Text von Michael Nahrath, den er vor einigen Jahren in einer Newsgroup veröffentlichte, um den Unterschied zwischen traditionellen Printmedien und dem Web zu erläutern:

  • Sie gehen morgens aus dem Haus und kaufen eine Zeitung.
  • In der Straßenbahn ist es eng, und die Zeitung verkleinert sich automatisch: A5 oder so.
  • Auf dem Fußmarsch zum Büro genießen Sie die Umgebung und lassen sich von Ihrem MP3-Player einen zuvor markierten Artikel vorlesen.
  • Im Büro auf dem Schreibtisch vergrößert sich die Zeitung von selbst: A2 oder was immer an Platz vorhanden ist.
  • Abends geben Sie die Zeitung Ihrer Oma, die den Schriftgrad verdoppelt und als Schriftart Sütterlin einstellt, weil sie das so immer noch am liebsten liest.

Und das alles mit ein und derselben Zeitung. Praktisch, nicht?

Jede Webseite ist von Natur aus so flexibel wie diese Zeitung. Sie verliert diese Flexibilität erst, wenn wir sie falsch gestalten – oder wenn sie ausgedruckt und damit zur Papierseite wird.