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Einstieg in CSS (Cover)


2. Auflage!

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1.2 Jenseits von Papier

Kennen Sie Shrek? Den sympathischen Oger, der in Begleitung eines geschwätzigen Esels wider Willen auszog, um eine Prinzessin zu retten, und diese später selber heiratete? Oger sind grün, klobig und gelten eigentlich nicht unbedingt als Sympathieträger.

In einer meiner Lieblingsszenen erklärt Shrek seinem Begleiter das Wesen eines Ogers ungefähr so:

  • Shrek: »Ein Oger ist wie eine Zwiebel.«
  • Esel: »Du meinst, sie stinken?«
  • Shrek: »Nein! Schichten! Zwiebeln haben Schichten, Oger haben Schichten!«

Webseiten auch.

Webseiten haben Schichten

Das Web ist nicht Print, aber es ist auch nicht ausschließlich Bildschirm. Das Web ist das erste Medium, das nach dem Prinzip Single Input – Multiple Output funktioniert: Der Inhalt wird einmal gespeichert und in verschiedenen Formaten wieder ausgegeben. Auf einem Bildschirm, gedruckt auf Papier, in einer PDF-Datei, akustisch von einem Screenreader und vielleicht auf Arten und Weisen, die wir heute noch nicht einmal kennen.

Die Trennung von Inhalt und Gestaltung bedeutet, dass Webseiten Schichten haben:

  • Der Kern, die innerste Schicht einer Webseite, ist der Inhalt, die Struktur, der Text. Dieser Kern besteht aus HTML, ist flexibel und passt sich den Umständen an.
  • Um diesen Kern gibt es eine Design-Schicht mit CSS, die den Webseiten das gewünschte Styling für Bildschirm, Drucker und eventuell andere Geräte gibt.
  • In einer weiteren, optionalen Schicht kann der Autor z. B. mit JavaScript das Verhalten der Webseite steuern und so zum Beispiel die Bedienung erleichtern.

Bildlich dargestellt sieht dieser Sachverhalt so aus:

Abbildung 1.5: Der Quelltext besteht aus HTML, CSS und evtl. JavaScript
Abbildung 1.5: Der Quelltext besteht aus HTML, CSS und evtl. JavaScript

Die Schichten um diesen HTML-Kern machen die Seite hübscher und besser bedienbar, aber nicht immer werden alle Schichten genutzt.

Beim Erstellen von mediengerechten Webseiten geht es nicht darum, dass eine Webseite in allen Browsern gleich aussieht. Das geht nicht, und ebenso gut können Sie versuchen, das Ende des Internets zu finden.

Webseiten sind keine Gemälde. Sie werden nicht nur betrachtet, sie werden benutzt. Eine Webseite muss also nicht überall gleich aussehen, sondern überall funktionieren. Oder anders ausgedrückt: Der Inhalt der Webseite sollte für die Besucher unter möglichst vielen Umständen zugänglich bleiben.

Mediengerechtes Webdesign

Im Web kursieren viele Schlagworte, mit denen im Grunde genommen die Bewegung weg vom Papierdenken umschrieben wird (und zu denen in den letzten Jahren zahlreiche Bestseller erschienen):

  • Standardkonformes Webdesign (»Webstandards«)
  • Barrierefreies Webdesign (»Accessibility«, auf Deutsch: Zugänglichkeit)
  • Flexibilität (»Bulletproof«)
  • Optimierung für Suchmaschinen (»Search Engine Optimization«)

Letztendlich fordern alle diese Schlagworte, Webseiten so zu bauen, dass sie den Möglichkeiten des Mediums World Wide Web entsprechen, weshalb ich sie gerne unter dem Begriff "mediengerechtes Webdesign" zusammenfasse.